Effektives Energiemanagement an der Nordsee


Wasserwerk Borkum setzt auf Pumpentausch

CO2-Emissionen minimieren, Energieeffizienz steigern – aber ohne Investitionen für die moderne Technik? Die Verantwortlichen der Insel Borkum setzten dafür auf den Tausch der alten Pumpen im Wasserwerk. Die neue Pumpenanlage sorgt für eine jährliche Reduzierung der CO2-Emissionen von 34.481 kg/CO2 und eine Energieeinsparung von 72.745 kWh/Jahr. Realisiert wurde das Projekt zusammen mit dem Pumpen-Spezialdienstleister pesContracting aus dem bayerischen Obermotzing.

Auf der ostfriesischen Insel Borkum verfolgt man ein ambitioniertes Ziel: Bis 2030 soll sie CO2-neutral sein. Im Zuge dieses Vorhabens sollten die alten Pumpen des Wasserwerks gegen neue energieeffiziente Modelle getauscht werden. „Im Rahmen des Energiemanagementsystems ISO 50001 suchen wir ständig nach Optimierungspotenzialen“, erklärt Axel Held, Werkdirektor der Stadtwerke Borkum, „mit einem Pumpentausch sparen wir Energie, reduzieren unseren CO2-Verbrauch und garantieren unsere Betriebssicherheit“. Um das exakte Energieeinsparpotenzial zu berechnen, wurde im Sommer 2019 ein Lastprofil der Pumpen erstellt. „Wir wollten sehen, wie hoch unser Verbrauch in Zeiten hoher Auslastung ist“, sagt Frank Schönball, verantwortlich für die Trinkwasser-Erzeugung bei den Stadtwerken, dazu. Das erfreuliche Ergebnis: Einsparungen von mehr als 70.000 kWh pro Jahr waren realistisch.

Das Team der Planung und Umsetzung
v.l.n.r.: hintere Reihe: Christian Ohlsen (Stadtwerke Borkum, Netzbetrieb Strom); Olaf Look (Stadtwerke Borkum, Bereichsleiter Netzbetrieb Strom & Wasser); mittlere Reihe: Jakob Fabrizius (Bartsch-Pumpen, Servicetechniker), Frank Schönball (Stadtwerke Borkum, Trinkwasser-Erzeugung); Sven Michel (Bartsch-Pumpen, Vertrieb);  vordere Reihe: Axel Held (Stadtwerke Borkum, Werksleiter); Olaf Behrendt (pesContracting, Vertriebsleiter).
Quelle: Bartsch-Pumpen
FOTO: PESCONTRACTING/MARIO DIRKS

Einsparpotenziale heben, Liquiditätsverluste vermeiden


Für die Umrüstung setzten die Stadtwerke Borkum auf einen bewährten Partner, den Spezialdienstleister pesContracting. Mit den Pumpenexperten aus Bayern hatten die Stadtwerke Borkum bereits die Pumpensysteme ihres Gezeitenlandes erfolgreich umgerüstet, „deshalb wollten wir sie auch bei diesem Projekt wieder an Bord haben“, erklärt Held die Entscheidung für pesContracting. Der Spezialdienstleister bietet über das pesConcept verschiedene Finanzierungsmodelle, die eine Umrüstung auf moderne hocheffiziente Pumpen ermöglichen – ohne Liquiditätsverluste. „Die Kosten richten sich nach der nachweisbaren Senkung des Verbrauchs, sodass keine Investitionen beim Kunden anfallen“, zeigt Olaf Behrendt, Vertriebsleiter Deutschland der pesContracting GmbH, die Vorteile auf.

Moderne Pumpen sorgen für hohe Einsparungen


Im Wasserwerk von Borkum wurden drei Pumpen der Größe 22KW und eine Pumpensteuerung getauscht. Bei pesContracting ist man sich der Bedeutung der Pumpen bewusst: „Es geht hier um weit mehr als nur ein paar kleine Heizungspumpen. Die Pumpenanlage versorgt die gesamte Insel mit Trinkwasser. Technische Fehler, die den Betrieb stören könnten, darf es daher nicht geben, sonst sitzt die Insel quasi auf dem Trockenen“, sagt Behrendt. Die neuen elektrisch geregelten Normpumpen des dänischen Pumpenherstellers Grundfos sorgen für eine jährliche Reduzierung der CO2-Emissionen von 34.481 kg/CO2 sowie eine jährliche Energieeinsparung von 72.745 kWh. Thomas Arnold, Innendienstleiter bei pesContracting, freut sich über das Umweltengagement, das Borkum zeigt: „Viele Unternehmen sind sich mittlerweile der Wirtschaftlichkeit von energieeffizienter Technik bewusst.

Umso mehr freuen wir uns, wenn wir sehen, dass unsere Kunden mit uns zusammen einen Beitrag zum Klimaschutz leisten möchten.“ Ein Beitrag der sich sehen lassen kann: Die jährliche CO2-Einsparung der neuen Pumpen gleicht der Fahrleistung eines Kleinwagens von mehr als 220.000 Kilometern (Wert basiert auf Vergleichszahlen von www.co2online.de. Der Pumpentausch rentiert sich nicht nur für die Umwelt, sondern schont auch die Liquidität der Stadtwerke: „Wir haben das Leasingmodell von pesConcept gewählt. Das heißt, wir zahlen eine monatliche Mietrate, doch die Kosten können wir über die eingesparten Stromkosten gegenfinanzieren“, sagt Olaf Look, Bereichsleiter Netzbetriebe Strom & Wasser. In Zeiten steigender Stromkosten ein weiteres Argument für eine Modernisierung der Technik.

     

Vergleich alt und neu


Rechts: drei KSB Gliedergehäusepumpen vom Baujahr 1997 – links drei GRUNDFOS Normpumpen mit integrierten Frequenzumrichtern und vollständiger Kommunikation untereinander.
FOTO: PESCONTRACTING/MARIO DIRKS                                                       

           

Volle Kraft in Richtung CO2-Neutralität


Für den Umbau vor Ort war die Firma Bartsch-Pumpen aus Wallenhorst verantwortlich. Die Pumpenexperten um Projektleiter Sven Michel haben pesContracting schon mehrfach erfolgreich unterstützt. „Bartsch-Pumpen ist Mitglied unseres deutschlandweiten Netzwerks an Partnerunternehmen. So sind wir in der Lage, in der gesamten Republik Projekte abwickeln zu können“, erklärt Behrendt die Kooperation. Von der Projektabwicklung zeigten sich die Verantwortlichen auf der Insel beeindruckt. Trotz schwieriger Voraussetzungen konnten die Umbauten innerhalb von drei Tagen inklusive elektrischem Anschluss durchgeführt werden. „Das war eine große zeitliche Herausforderung. Für die Erstellung der Lastprofile sowie für die Umrüstung standen nur spezifische Zeitfenster zur Verfügung. pesContracting hat sich darauf flexibel eingestellt“, resümiert Held die Zusammenarbeit. Mit den neuen Pumpen ist man auf der Insel dem Ziel der CO2-Neutralität ein Stück näher gekommen. Wenn es zu einem weiteren Projekt kommen sollte, stehen Behrendt und sein Team bereit: „Wir würden uns natürlich sehr freuen. Arbeiten, wo andere Urlaub machen – was will man mehr?“

Frank Schönball (Wasserwerke Borkum) und Sven Michel (Bartsch-Pumpen) inspizieren die neuen Pumpen.
FOTO: PESCONTRACTING/MARIO DIRKS

 Quelle: https://kommunalwirtschaft.eu/component/presse/detail/i38498

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